Herpes
HERPES ( EHV- Equines Herpesvirus 1 und 4 )
Im Moment sind 4 unterschiedliche Herpesvirustypen bei Equiden bekannt ( EHV 1- 4 ). Geimpft wird allerdings nur gegen EHV 1 und EHV 4.
EHV 1 ( Virusabort bei Stuten )
- alle Equiden sind dafür empfänglich und in Österreich und Deutschland gibt es einen sehr hohen Prozentsatz (bis 80%) an Pferden, die schon mal mit Herpesviren in Kontakt waren
- an der Außenwelt kann das Virus tage- bis wochenlang infektiös bleiben
- wie bei allen Herpesviren spielen auch bei EHV latent infizierte Tiere (= Tiere die das Herpesvirus in sich tragen, aber keine Krankheitssymptome zeigen) eine große Rolle. Diese Tiere können Herpesviren ausscheiden und stellen damit eine Ansteckungsquelle für andere Pferde dar. Wenn ein Pferd einmal mit EHV infiziert ist bleibt es sein ganzes Leben lang Virusträger.
- vor allem in Stresssituationen (wenn die Körperabwehr geschwächt ist) kann es zur verstärkten Virusausscheidung und auch zur (re-)Aktivierung der Krankheit kommen.
Es kann zu unterschiedlichen Krankheitserscheinungen kommen:
1. Abortus: oft kommt es erst Wochen bis Monate nach der Erstinfektion zu einem Spätabort (=Abort ab dem 8ten Monat der Trächtigkeit). Die Aborte verlaufen meist komplikationslos. Manchmal werden auch lebensschwache Fohlen geboren.
2. Erkrankung der Atmungstraktes: (siehe EHV 4 )
3. Erkrankung des Nervensystems / Paralytisches Syndrom: Die Symptome sind Lähmungserscheinungen (v.A. Nachhandlähmungen) und Bewegungsstörungen die bis zum Festliegen und Tod führen können. Manchmal kommt das bei Stuten vor, die kurz davor abortiert haben. Auch das sogenannte “Headshaking” kann auf eine Herpesinfektion zurückzuführen sein.
Wenn gleichzeitig in einem Bestand Erkrankungen des Atmungstraktes, Aborte und / oder Erkrankung des Nervensystems vorkommen, sollte man an Herpes denken!
EHV 4 ( ERP- Equine Rhinopneumonitis )
Infektionen mit EHV 4 bleiben meistens auf den Atmungstrakt beschränkt. U.U. können aber auch hier Aborte und Störungen des Nervensystems vorkommen.
Die respiratorische Erkrankung kommt meistens bei Jungtieren vor und verläuft mit Fieber und Entzündung des oberen Atmungstraktes.
Impfung
Wenn ein Pferd mit EHV infiziert ist, bleibt er sein ganzes Leben lang Virusträger!
Mit einer Impfung kann man eine Infektion also nicht rückgängig machen, sondern nur einer Reaktivierung der vorhandenen Infektion vorbeugen. Außerdem kann die Vermehrung und Streuung des Virus durch die Impfung verringert werden.
Eine Impfung mindert so den Infektionsdruck, aber auch nur dann wenn alle Tiere eines Bestandes durchgeimpft sind!
Es wird darüber diskutiert ob bei einer kombinierten Herpes- / Influenzaimpfung häufiger Impfreaktionen auftreten. Um das Immunsystem nicht so stark zu belasten sollte man bei empfindlichen Tieren deshalb Herpes und Influenza getrennt impfen.
Impfschema
Fohlen
Fohlen von geimpften Stuten sollten frühestens nach dem abgeschlossenen 6. Lebensmonat geimpft werden. Bei früherer Impfung kann es zu einer Immuntoleranz kommen, die dazu führt, dass das Fohlen, trotz regelmäßiger Impfungen lebenslang für die Krankheit empfänglich bleibt! Empfehlenswert ist bei Fohlen von geimpften Stuten, die Grundimmunisierung im 8. Lebensmonat zu beginnen.
Fohlen von ungeimpften Stuten sollten frühestens nach dem abgeschlossenen 4. Lebensmonat geimpft werden.
Grundimmunisierung:
- Impfung 8. Lebensmonat
- Impfung 6-8 Wochen nach der 1. Impfung
- Impfung im Abstand von 6 Monaten zur 2. Impfung
Wiederholungsimpfungen: alle 6 Monate
ungeimpfte Erwachsene
Grundimmunisierung:
- Impfung
- Impfung 6-8 Wochen nach der 1. Impfung
- Impfung im Abstand von 6 Monaten zur 2. Impfung
Wiederholungsimpfungen: alle 6 Monate
trächtige Stuten vorgeimpft: zusätzliche Impfung im letzten Trächtigkeitsdrittel für erhöhte Antikörpermenge im Kolostrum.