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Tollwut

Tollwut (Lyssavirus)

Die Tollwut ist weltweit verbreitet (Ausnahme: Australien). Bei uns kommt sie durch die prophylaktische Impfung der Füchse nur noch selten vor.

Gefährdet sind Weidetiere, in tollwutgefährdeten Gebieten. Vor allem dann, wenn die Weiden an Waldstücke angrenzen.

Als Überträger kommen Füchse, und evtl. auch Hunde und Katzen in betracht.

Das Virus wird vor allem im Speichel ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt durch den Biss eines mit Tollwut infizierten Tieres.

Die Viren wandern dann von der Bissstelle entlang der Nervenbahnen bis ins Gehirn. Dort vermehren sie sich und wandern weiter, entlang der Nerven in die Peripherie des Körpers. Die Viren können dann in allen Körperorganen gefunden werden.

Das Tollwutvirus vermehrt sich vor allem im Gehirn, aber auch in der Hornhaut des Auges und in den Speicheldrüsen. Über den Speichel werden dann wieder andere Tiere infiziert. In der Umwelt ist das Virus allerdings nicht lange überlebensfähig und intakte Haut stellt eine Barriere für das Virus dar.

Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit kann unterschiedlich lang sein und liegt zwischen 10 Tagen - 7 Monaten. Je weiter entfernt die Eintrittsstelle vom ZNS liegt, desto länger dauert es bis die Krankheit ausbricht.

Symptome:

Die Krankheit wird in 3 Stadien eingeteilt.

  1. Prodromalstadium
  2. Erregungsstadium
  3. Paralysestadium

ad.1. Das erste Stadium verläuft beim Pferd meist als sog. „stille Wut“.

Die Symptome sind:

  • Juckreiz an der Bissstelle
  • Wesensänderung (Gereiztheit, Depression,…)
  • Schluckbeschwerden (Speichelfluss!, keine Futter - und Wasseraufnahme)
  • Koordinationsstörungen
  • Blindheit
  • Kopfschiefhalten
  • Ausfälle der Gesichtsnerven
  • Gesteigerter Geschlechtstrieb
  • Lähmung von Schweif, Anus und Harnblase

ad. 2. Dieses Stadium kommt beim Pferd nur selten vor.

Die Symptome sind:

  • Aggressives Verhalten
  • Zwangsbewegungen
  • Häufiger Kot- und Harnabsatz
  • Krampfanfälle

ad. 3.

Die Symptome sind:

  • Nervenausfälle
  • Festliegen
  • Tod nach 3-4 Tagen

Die Krankheit endet für nahezu 100% der erkrankten Tiere tödlich! Die Tollwut ist anzeigepflichtig und darf nicht behandelt werden. Auch nachträgliche Impfungen sind verboten!

Impfung:

Schon eine geringe Menge an Antikörpern gegen das Tollwutvirus sind ausreichend. Deshalb besteht die Grundimmunisierung aus nur einer Impfung.

Die Auffrischungsimpfung erfolgt dann einmal jährlich.

Fohlen können ab dem 5./6. Lebensmonat geimpft werden. Damit sie bis dahin ausreichend geschützt sind empfiehlt es sich die Mutterstuten im letzten Trächtigkeitsdrittel zu impfen.

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